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Almanach 2012-Leseprobe

­­­­­25 Hochemmingen – grünes Paradies auf der Baar 819 und hat 1 Wein- und 2 Bierwirthschaften.“ Ein „verschlafenes Dorf“ war Hochemmingen nicht, was eine Anordnung im Gefolge des ­Badischen Aufstandes von 1848/49 zeigt: Ma- jor Busch vom Frankfurter Bataillon wird am 11. Juli 1849 angewiesen, in Hochemmingen sämt- liche Waffen einzuziehen und auch genauere Hausdurchsuchungen vorzunehmen. Zu dieser Zeit leben 83 Familien am Ort, 451 Katholiken und sieben evangelische Mitbürger. Ein Anlass mag gewesen sein, dass sich die Gemeinde- vorsteher Hochemmingens und sieben anderer Gemeinden am 13. April 1848 in Sunthausen versammelten. Sie beschlossen zwar, den Auf- rufen von Friedrich Hecker und Gustav Struve keine Folge zu leisten, doch zumindest einige Hochemminger hatten sich wohl dennoch am Badischen Aufstand beteiligt. Dass man in Hochemmingen „zu feiern ver- steht“, zeigt sich 1915 im Rahmen der Mobilma- chung vor dem Ersten Weltkrieg und der damit verbundenen Kriegsbegeisterung. Der Pfarrer ver­merkt im Kirchenbuch, „die Männer hielten die Polizeistunde nicht ein und zögen selbst sonntags bis spät in der Nacht mit den Mäd- chen auf den Straßen herum.“ Im Standardwerk „Die Baar“ von 1938 schildert Josef Bader eine Wanderung durch Baar­dörfer, über Hochemmingen hält er fest: „Schön liegt Hochemmingen. Das schönste Haus heißt auch hier ‚Vogtshaus‘. Es ist Sonn- tag, stolz tragen die Frauen die Bandhaube“. Hochemmingen zur Stunde Null Ein schweres und dunkles Kapitel in der Hoch- emminger Geschichte waren der Zweite Welt- krieg und die Stunde Null. Hermann Riedel erzählt in seinem Buch „Ausweglos“ viele ­Details der dramatischen Ereignisse um Hoch- emmingen. „Am Nachmittag des 25. April 1945, gegen 17 Uhr, kamen von Mühlhausen her fran- zösische Panzer, die von Marokkanern beglei- tet waren, in den Ort. Ein Serbe hat sie schon vor dem Ort in Empfang genommen. Ein Panzer ging gleich im Hofe des Hauses von Hermann Bacher, damals das letzte Haus gegen Bad Dürrheim, in Stellung und schoß von dort auf das auf Gemarkung Hochemmingen stehende ‚Waldcafé‘, wohl in der Meinung, daß dieses noch von deutschen Soldaten besetzt ist. Erst als auf dem ‚Waldcafé‘ die weiße Fahne gehißt wurde, stellte der Panzer das Feuer ein. Drei Panzer gingen in Stellung am Orts- ausgang gegen Tuningen und Sunthausen und nahmen von da aus den Troß der deutschen Ko- lonnen, der auf der Straße Hirschhalde – Bie- singen stand, unter Feuer.“ Die französische Kriegsberichterstatterin Anni Gacon, die sich bei der französischen Panzerkolonne befand, die Hochemmingen besetzte und auch einige Fotos von der Besetzung machte, berichtete in einem Pressebericht: „Vor uns Hochemmingen. Die Marokkaner springen eilends von ihren Lastwagen. Simon und seine Abteilung befinden sich bald am äu- ßersten Rand des Dorfes, 200 Meter vom Wald 25. April 1945: Französische Soldaten treffen von Mühlhausen kommend in Hochemmingen ein. Ent- nommen dem Buch „Ausweglos“ von Hermann Riedel.

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